Palais Saurau

Mächtiges Palais in der Grazer Sporgasse.

Im Jahre 1566 errichtete Pankraz von Windischgrätz nahe an der damals noch bestehenden mittelalterlichen Stadtmauer ein mächtiges vierflügeliges Palais, heute bekannt als Palais Saurau.

Angriff von oben? Ein Mann mit Bart, Turban und Dolch blickt bedrohlich nach unten und weckt die Neugier der Passanten. Gut so, denn die Figur des legendenumwobenen türkischen Kriegers unter dem Dach ziert eines der schönsten Gebäude der Stadt. Der Hof ist nicht zugänglich!

Beim Spaziergang durch Graz lohnt sich ein Besuch des Palais Saurau jedoch allemal. Mit dem reich verzierten barocken Kunstschmiedeportal lädt es ein, in die Geschichte der Familie Saurau einzutauchen.

Holzfigur mit Schwert und Schild am Palais Saurau in Graz. | © Graz Tourismus - Harry Schiffer

Wissenswertes

Das Palais Saurau liegt in der Sporgasse 25 in der Grazer Altstadt. Durch seine zentrale Lage lässt sich das Renaissancepalais ideal bei einem Spaziergang durch das UNESCO-Weltkulturerbe Graz entdecken. Sehenswürdigkeiten wie der Grazer Dom, das Mausoleum oder die Grazer Burg befinden sich nur wenige Gehminuten entfernt.

Die markante türkische Halbfigur an der Ecke des Palais Saurau zählt zu den bekanntesten Details der Grazer Altstadt. Um ihre Entstehung ranken sich verschiedene Legenden, die bis heute weitererzählt werden. Gesichert ist, dass die Figur seit Jahrhunderten das Erscheinungsbild des Palais prägt und zu den beliebtesten Fotomotiven in der Sporgasse gehört.

Das Palais Saurau ist ein historisches Stadtpalais und kann in der Regel nur von außen besichtigt werden. Dennoch lohnt sich ein Besuch, denn bereits die eindrucksvolle Renaissancefassade, das repräsentative Portal und die berühmte türkische Halbfigur machen das Gebäude zu einer der interessantesten Sehenswürdigkeiten der Grazer Altstadt.

Für einen Stopp am Palais Saurau reichen meist 10 bis 20 Minuten aus. Das Gebäude kann von außen besichtigt werden und eignet sich hervorragend als Station bei einem Spaziergang durch die Grazer Altstadt. Planen Sie etwas mehr Zeit ein, wenn Sie die Sporgasse mit ihren historischen Häusern, Innenhöfen und weiteren Sehenswürdigkeiten erkunden möchten.

Ja. Vor allem die berühmte türkische Halbfigur an der Ecke des Gebäudes zieht viele Besucherinnen und Besucher an und zählt zu den bekanntesten Fotomotiven der Sporgasse. Zusammen mit der historischen Renaissancearchitektur und der malerischen Altstadt bietet das Palais Saurau zahlreiche schöne Fotomöglichkeiten im UNESCO-Weltkulturerbe Graz.

Details

Im Jahre 1566 errichtete Pankraz von Windischgrätz nah an der damals noch bestehenden mittelalterlichen Stadtmauer ein mächtiges vierflügeliges Palais. Ein schmales Gässchen zwischen Haus und Stadtmauer war Teil eines Fluchtweges von der Burg zur Schlossbergfestung, den Landesfürst Erzherzog Karl II. im Falle eines Angriffs benutzen konnte. Seit 1630 gehört das Gebäude der Familie Saurau, heute Goess-Saurau. Unter den Grafen Saurau wurde im 18. Jahrhundert fleißig barockisiert. Vor allem die Prunkräume erhielten damals ihre noch heute einheitlich erhaltene Ausstattung. Um 1730 entstand auch das eindrucksvolle Oberlichtgitter der Toreinfahrt. Es zählt steiermarkweit zu den bedeutendsten barocken Schmiedeeisenarbeiten. Der riesige Innenhof ist schlossbergseitig geprägt von Arkadengängen aus der Renaissancezeit. Die Pflasterung mit kleinen rundgeschliffenen Steinen aus der Mur - von den Steirern übrigens liebevoll "Murnockerln" genannt - ist typisch für Graz.

Wer im herrschaftlichen Hause keine Ruhe fand/findet, konnte/kann sich in den Gartenpavillon am Schlossbergabhang zurückziehen. Das barocke gekuppelte Kleinod ist so verschwiegen, dass es von kaum einer Stelle in Graz sichtbar ist.

Was hat es aber wirklich mit dem Türken auf sich, der aus dem Palais Saurau lugt? Legenden gibt es viele. Zum Beispiel die: Die Türken hatten Graz eingenommen. Allein die Schlossbergfestung nicht. Als ein türkischer Pascha im heutigen Palais Saurau sein Mahl einnahm, traf eine vom Schlossberg abgeschossene Kanonenkugel den köstlichen Braten. Dieser flog zum Fenster hinaus. Dem Pascha blieb nichts anderes übrig, als ihm nachzuschauen. Aus Zorn befahl er den Abzug der Türken aus Graz. Da die Türken Graz aber nie besetzten, kann's so wohl nicht gewesen sein. Über die ursprüngliche Funktion der hölzernen Halbfigur mit türkischen Zügen teilen sich die Meinungen. Mag sein, dass sich die Grafen Saurau bloß einer Mode anschlossen, die sich nach dem großen Sieg über die Türken 1683 durchsetzte, und ihr Haus "alla turca" schmückten.

Übrigens: Es war ein Mitglied der Familie Saurau (wenn auch kein Grazer), Franz Josef, der als Staatsminister seinem Kaiser Franz 1797 eine Geburtstagsfreude bereiten wollte. Der Komponist Joseph Haydn und der Dichter Lorenz Haschka schufen eine Hymne, die mit den Worten "Gott erhalte Franz, den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz" begann. Bis zum Ende der Monarchie 1918 sollte sie die "Kaiserhymne" des Habsburgerreiches bleiben. Die Melodie lebt in Haydns "Kaiserquartett" weiter - und in der deutschen Bundeshymne.

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Palais Saurau
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Sporgasse 25, 8010 Graz