Stadtpfarrkirche

PLatz Eisernes Tor in Graz
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Stadtpfarrkirche
Herrengasse 23
8010 Graz

Es ist bei Gott kein herkömmlicher Kirchenbesuch, wenn man die Stadtpfarrkirche in Graz betritt. Der sakrale Ort hat eine interessante Geschichte, deren Verlauf sich in ihren aus unterschiedlichen Epochen stammenden Elementen aus Gotik, Barock und Neuzeit widerspiegelt. Und wer sind die beiden bekannten Gesichter auf den Glasfenstern hinter dem Altar? Lassen Sie sich in dieser geschichtsträchtigen Kirche von einer unerwarteten Darstellung der Peiniger Christi überraschen.

 

Es war im Jahre 1440, als Kaiser Friedrich III. in das von ihm aufgelöste Judenviertel eine kleine Fronleichnamskapelle bauen ließ. Die Dominikaner, denen Friedrich die Kapelle übertrug, erweiterten sie um eine dreischiffige gotische Hallenkirche mit einem schmalen langen Chorraum. Die gotische Architektur und der im Süden angrenzende teilweise gotisch gewölbte Kreuzganghof erinnern noch heute an die Zeit der Dominikaner. Doch sie selbst mussten ihr Kloster verlassen. 1585 wurde die Kirche auf Befehl Erzherzog Karl II. zur Stadtpfarrkirche umfunktioniert. Die alte Stadtpfarrkirche, der heutige Dom, gehörte ab dieser Zeit den Jesuiten.

Die prächtigen Altäre aus der Barockzeit wurden im 19. Jahrhundert durch neogotische ersetzt. Erhalten geblieben ist die barocke Johannes-Nepomuk-Kapelle. Von Josef Hueber über ovalem Grundriss errichtet, birgt sie heute auch das ehemalige Hochaltarbild "Mariae Himmelfahrt", das dem venezianischen Maler Tintoretto zugeschrieben wird.

Ein Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg zerstörte unter anderem die gotischen Glasfenster im Chorraum. Albert Birkle, ein Salzburger Künstler, wurde mit der Neugestaltung beauftragt. Hauptthema ist das Leiden Jesu - aber auch die Auferstehung. Die Orgel der Stadtpfarrkirche zählt zu den besten im Lande und wurde 1970 von der Vorarlberger Orgelbaufirma Rieger gebaut. Zu hören bei Gottesdiensten, Orgelkonzerten und im Sommer als "Mittagsklänge" zum Innehalten im Trubel der Stadt.

Um auf den Turm zurückzukommen: Was so mächtig wirkt, ist bloß ein hölzerner Dachreiter, reich mit Stuck und einem prächtigen Kupferhelm versehen. Der Blickfang in der Herrengasse entstand um 1780 nach Plänen von Joseph Stengg.

+++ Übrigens +++
Die neuen Glasfenster von Albert Birkle sorgten in den 50-er Jahren für Schlagzeilen. Aufsehenerregend: die Darstellung von Hitler und Mussolini. Birkle, dessen Kunst im Dritten Reich als entartet galt, hat die beiden Diktatoren an die Seite der Peiniger Christi gestellt.

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