Stadtpark

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Stadtpark
Stadtpark 1
8010 Graz

Nägel mit Köpfen – das trifft auf den Grazer Stadtpark buchstäblich zu. Auf dem Platz der Menschenrechte neben dem romantischen Brunnen aus dem späten 19. Jahrhundert durchbricht eine rostige Eisenskulptur das Bild und deutet auf den Einfluss der örtlichen Avantgarde hin. Mit dem Forum Stadtpark machten junge Künstler Graz in den 1960ern bekannt. Avantgardekunst und Natur im Zentrum vereint. Nur wenige Städte können das von sich behaupten. Wie ein üppiges grünes Band zieht sich der Park um die Altstadt. 


 

Nach Aufhebung der Stadtbefestigung von Graz Ende des 18. Jahrhunderts diente das östliche Glacis dem Militär als Exerzierplatz. Bürgermeister Moritz Ritter von Franck gelang es im Jahr 1869, die Glacisgründe gegen ein Ersatzgelände für das Militär einzutauschen und die Errichtung eines Stadtparks einzuleiten. Ehrwürdige Baumriesen, verschwiegene Alleen, ausgedehnte Rasenflächen und zahlreiche Bänke schaffen noch heute einen Erholungsraum für Menschen jeden Alters. Über den gesamten Park verstreut finden sich Denkmäler bedeutender Persönlichkeiten der Grazer Stadtgeschichte - vom Astronom Johannes Kepler über den Komponisten Robert Stolz bis zum Kulturpolitiker Hanns Koren, dessen Aufgeschlossenheit Graz den Aufbruch in die Avantgarde sicher mit verdankt.

Am Platz der Menschenrechte - ein verkupferter Gusseisenbrunnen. Er war der Beitrag Frankreichs
zur Weltausstellung in Wien 1873 und wurde noch im selben Jahr von der Stadt Graz für den neuen Stadtpark erworben. Einen krassen Gegensatz zu dem reichlich mit Figuren geschmückten Brunnen bildet das "Brunnenwerk", von Serge Spitzer für das Festival "steirischer herbst" 1985 geschaffen.
Die pilzähnliche rostige Eisenskulptur stellt Form und Ästhetik des benachbarten Kunstwerks aus dem
19. Jahrhundert regelrecht auf den Kopf.

Am heutigen Platz der Menschenrechte stand auch das Stadtparkcafé. 1960 wandelte es eine Gruppe junger steirischer Künstler gegen anfänglich massiven politischen Widerstand in das "Forum Stadtpark" um, eine Plattform für neue Kunst. Besonders die Sparte Literatur war im Forum von Anfang an stark vertreten. Die Studenten Peter Handke, Barbara Frischmuth, Wolfgang Bauer und Gerhard Roth schlossen sich in den 60-er und 70-er Jahren dem Forum an. Sie veröffentlichten - wie später noch viele heute renommierte Autoren - erste Texte in der Zeitschrift "manuskripte". Einst Hauszeitung des Forum Stadtpark - heute eine der wichtigsten deutschsprachigen Literaturzeitschriften. Herausgeber damals wie heute: Alfred Kolleritsch.

So offenbart sich der Stadtpark auch als ein Spannungsfeld zwischen romantischer Idylle und Impulsen für völlig Neues.

+++ Übrigens +++
Im Stadtpark herrscht der Familienclan der Stadtpark-Hansis. Sie stehen in regem Austausch mit ihren Verwandten, den Schlossberg-Hansis. Allesamt sind recht zutraulich und zählen zur Gattung der Eichhörnchen.  

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